"Weltanschauliche Grundirrtümer:
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Der Irrtum, die Welt sei unendlich.
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Der Irrtum, unsere Wirtschaft beruhe auf Arbeit und Kapital allein.
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Der Irrtum, über allem menschlichen Wirtschaften walte eine
"unsichtbare Hand".
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Der Irrtum, die größere Zahl und Menge sei stets besser
als die kleinere.
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Der Irrtum, materieller Wohlstand mache die Menschen glücklich.
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Der Irrtum, der Mensch verfüge über unbegrenzte
Möglichkeiten.
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Der Irrtum, Wissenschaft und Technik dienen immer dem Fortschritt.
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Der Irrtum, die Freiheit nehme unaufhörlich zu.
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Der Irrtum, die Beschaffung von Arbeit stelle kein Problem dar.
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Der Irrtum, die Nahrungsproduktion könne immer weiter gesteigert
werden.
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Der Irrtum, der Mensch habe das Eigentum erfunden.
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Der Irrtum, der Mensch habe den Krieg erfunden
und könne ihn genauso beliebig wieder abstellen...
Man hat schlicht vergessen, dass die lebendige Natur und die
Bodenschätze die Grundlage jeder Produktion, aller Kapital-
und Arbeitseinsätze sind und bleiben werden. Dies ist das
naturwissenschaftliche Grundgesetz, das heute ebenso gilt wie
in alle Ewigkeit. Gerade auch für Christen.
Denn »Gott tut keine Wunder. Gott verletzt das Naturgesetz
nicht«, heißt es bei Philip Wyle [...]
Darum muss die neueste Menschheitsentwicklung zunächst im Lichte
dieser unterschlagenen Naturgesetze betrachtet werden [...]
Die Auslegung der Naturgesetze allein genügt, die jetzige
Zivilisation der Absurdität zu überführen. Im Mittelpunkt
dieser Untersuchungen stehen daher die Naturgesetze, denen wir Menschen
ebenso unterliegen wie alle anderen Lebewesen auch [...] Doch haben wir
von diesen Gesetzen viel mehr zu befürchten, weil wir sie --- im
Gegensatz zu anderen Lebewesen --- über alle Maßen verletzen.
Schlimmer noch als die Verständnislosigkeit für die
Vorgänge im organischen Bereich ist die Verwischung zwischen dem
Herrschaftsbereich der Natur und dem der menschlichen Willkür.
Dies hat nicht nur zu einer Verwirrung der Geister geführt,
sondern auch zum Durcheinander in der realen Welt: Man erklärt
die Natur technisch und verwendet umgekehrt organische Kategorien auf
künstliches Menschenwerk. Die Folge ist: Alle sind emsig
tätig, doch in Wirklichkeit wissen sie nicht, was sie tun. Der
Herr mag ihnen vielleicht vergeben, die Natur gewiss nicht. Sie
führt ihre Konten über die Zeiten hinweg, ungerührt
und unbestechlich nach einem System, das der Mensch nicht
versteht. Er sieht nur die Folgen und forscht nachträglich
nach den Ursachen der ermittelten Wirkungen [...]
Zu verlangen ist, dass die Politik nicht die Anforderungen des
Tages, sondern die Zukunft zur Grundlage ihrer Entscheidungen
macht [...] Die Politik braucht [hier zitiert Herbert Gruhl
den französischen Futuristen Bertrand de Jouvenel] eine
»Wissenschaft der Früherkennung«, die mit Kontroll- und
Entscheidungs- befugnissen ausgerüstet sein müsste.
Damit könnte »die todbringende Zukunftslücke zwischen
Erkenntnis von Lebensgefahren und der in die Tat umgesetzten politischen
Konzeption« geschlossen werden, wozu gegenwärtig keine der
politischen Institutionen in der Lage ist."
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